Covid-19 und die Umstellung auf nachhaltige Anlagen

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Nachrichten - 06 Juli 2021

Bei ABN AMRO Lease ist Nachhaltigkeit mehr als nur ein Schlagwort. Mit der Finanzierung nachhaltiger Anlagen und Projekte möchten wir gemeinsam mit unseren Kunden eine stabile Wirtschaft und eine nachhaltige Gesellschaft schaffen. In diesem Artikel vom 23.06.2020 spricht unser niederländischer Kollege Claudio Moretti, Director of Sales & Sustainability, über die Herausforderungen und Folgen der Pandemie in Bezug auf nachhaltige Investitionen. Er berichtet außerdem von einigen spannenden nachhaltigen Finanzierungsprojekten in den Niederlanden.

Die Abfallsammelfahrzeuge des niederländischen Unternehmens Omrin fahren mit grünem Gas, das aus Gemüse-, Obst- und Gartenabfällen gewonnen wird. Die Finanzierung kam von ABN AMRO Lease. "Das produzierte grüne Gas wird nicht nur als Treibstoff für die eigenen LKWs verwendet, sondern auch vom lokalen Gasnetz", so Claudio Moretti.

 

Im vergangenen Jahr haben die Kollegen der ABN AMRO Lease das Krankenhaus Nij Smellinghe in Drachten bei seinen Bemühungen um mehr Nachhaltigkeit unterstützt. "Krankenhäuser verbrauchen eine Menge Energie", erklärt Moretti. "Da die Dachfläche begrenzt ist, entstand die Idee, ein überdachtes Parkhaus mit Sonnenkollektoren darauf zu errichten." 30 Prozent des Energiebedarfs des Krankenhauses kommen nun von der Sonne. Auch andere Krankenhäuser haben bereits Interesse an dieser Lösung gezeigt.  

 

Das Hubrecht Institut ist ein weiterer niederländischer Kunde, der kürzlich eine Finanzierung für ein nachhaltiges Projekt benötigte. Die Forscher wollten aus Stammzellen Miniaturorgane erzeugen, um daran neue Medikamente zu testen. "Großartig, denn auf diese Weise müssen keine Tierversuche durchgeführt werden", sagt Moretti. 

 

Nachhaltige Investitionen 

 

Moretti könnte von vielen weiteren nachhaltigen Projekten erzählen, die von ABN AMRO Lease finanziert wurden. Aber wie überall sind auch hier die Auswirkungen von Covid-19 und des globalen Lockdowns zu spüren. "Die Unternehmen erleben eine große Unsicherheit", sagt Moretti, "deshalb verschieben sie Investitionen. Das gilt leider auch für nachhaltige Investments."  

 

Moretti hat festgestellt, dass Unternehmen Investitionen in ein nachhaltiges Produkt eher aufschieben, wenn es teurer ist oder sogar das gleiche Preisniveau hat. Viele Unternehmen aus der Transport- und Logistikbranche entscheiden sich zum Beispiel dafür, ihre PKW, LKW und Anhänger warten zu lassen. Oder sie rüsten sie um, anstatt in Elektrofahrzeuge zu investieren und/oder dafür zu sorgen, dass sie die europäische Abgasnorm EUR 6 einhalten. Der Tourismus- und Freizeitsektor, der praktisch zum Erliegen gekommen ist, hat nur sehr wenige Investitionen gesehen. Dem Lebensmittelsektor geht es dagegen recht gut. "Aber auch hier werden nur wesentliche Investitionen getätigt." 

 

Moretti ist sich jedoch ziemlich sicher, dass dieser Investitionsrückgang nur vorübergehend ist. Er glaubt, dass sich viele Unternehmen für grüne Lösungen entscheiden werden, sobald die Pandemie vorbei ist und neue Investitionen getätigt werden müssen. "Regierungen, Verbraucher, Mitarbeiter, Lieferanten, Einkäufer - alle erwarten derzeit von Unternehmen, dass sie nachhaltiger werden."  

 

Am Rande des Geschehens 

 

Bis vor ein paar Jahren haben Unternehmen vor allem deshalb nachhaltig investiert, weil sie dafür Fördermittel bekommen konnten. Heutzutage, so Morettis Erfahrung, sind immer mehr Unternehmen intrinsisch motiviert, nachhaltig zu sein. "Es ist zu einem Teil ihrer Mission geworden. Wenn sie sich nicht mehr um Nachhaltigkeit kümmern, werden sie in ein paar Jahren an der Seitenlinie stehen. Gesetze und Richtlinien ändern sich. Wenn sie nicht in die richtigen Materialien und Produktionsprozesse investieren, werden sie nicht an diesem nachhaltigen Transformationsprozess teilnehmen können." 

 

Während grüne Lösungen also oft teurer sind und eine längere Amortisationszeit haben, sichern sie langfristig den Fortschritt des Unternehmens. "Unternehmer sind sich dessen bewusst und selbst kleine Unternehmen verlangen mehr von ihren Lieferanten. Letztendlich sind nachhaltige Geschäftsmodelle für Unternehmen ausschlaggebend für eine Zusammenarbeit." 

 

Als Beispiel führt Moretti Produkte an, die über Online-Shops bestellt werden. "Während der Pandemie sehen wir viel mehr Lieferwagen und viele von ihnen lassen den Motor an, während sie ein Paket ausliefern. Die Verbraucher fragen sich, warum diese Autos immer noch mit Diesel betrieben werden." Wenn ein Frachttransportunternehmen auf eine Ausschreibung antwortet, aber die CO2-Anforderungen des Web-Shops nicht erfüllt, könnte der Web-Shop durchaus ein anderes Unternehmen wählen. "Manche Unternehmen setzen heute nur noch elektrische Lieferwagen ein, weil sie nicht mit einem umweltschädlichen Unternehmen in Verbindung gebracht werden wollen." 

 

Offen für Neues 

Der Prozess mit der Finanzierung von nachhaltigen Anlagen zu beginnen, war nicht gerade einfach und reibungslos, gibt Moretti zu. "Normalerweise wissen wir, was wir finanzieren und wie lange die Lebensdauer ist, aber bei diesen Produkten gibt es mehr Ungewissheiten." 

 

Nichtsdestotrotz haben Moretti und seine Kollegen beschlossen, dass sie, wenn sie wirklich zu Veränderungen beitragen wollen, offen für nachhaltige Projekte sein müssen, voll und ganz an sie glauben und sich Wissen aneignen müssen, um sie zu verstehen. "Wenn man immer nur auf die gleiche Weise arbeitet, wird es nie Innovationen geben", sagt er. 

 

Nachhaltige Anlagen werden eher über eine Leasinglösung finanziert. "In diesem Fall sind wir die Eigentümer", sagt Moretti. "Wenn etwas schief geht, können wir die Produkte zurücknehmen. Wenn es nötig ist, können wir ein Elektroauto verkaufen oder Geräte recyceln." Aber mit Innovationen ist das eine andere Geschichte. "Ein spezialisiertes Instrument zur Herstellung von Stammzellen kann man natürlich nicht so einfach verkaufen." 

 

Nicht länger ein Hobby 

 

Für ABN AMRO Lease ist es einfacher, in nachhaltige Anlagen zu investieren, wenn die Produkte bekannt sind. Die Baukräne der niederländischen Firma Spierings zum Beispiel wurden mit Diesel betrieben, aber seit kurzem sind sie elektrisch. "Unsere Asset-Spezialisten haben nachgeforscht und mit vielen Anwendern und Herstellern gesprochen. Wenn wir überzeugt waren, dass die Leistung gut war, konnten wir sie finanzieren." Nederhoff ist einer der Kunden von ABN AMRO Lease, die jetzt Elektrokrane einsetzen. 

 

Es wurde schnell klar, dass der nachhaltige Markt ein enormes Wachstumspotenzial hat. Zum Beispiel finanzierte ABN AMRO Lease NL im zweiten Jahr in 2018 900 Prozent mehr Solarmodule als im ersten Jahr. Danach setzte sich das Wachstum mit weiteren 150 Prozent fort.  

 

Moretti stellte fest, dass, wenn Unternehmen anfangen, grüne Prinzipien anzuwenden, auch die Branchen, mit denen sie zusammenarbeiten, anfangen, ihre Arbeitsweise zu überdenken. "Nachhaltigkeit galt lange als Luxus-Hobby von Linken, etwas, das sich die meisten Unternehmen nicht leisten können", sagt er. "Die Welt hat sich verändert. Nachhaltigkeit ist Mainstream geworden, Teil der Wirtschaft und Teil eines jeden Unternehmens." 

 

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